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Aus erzgebirgischer Tradition
Zur
Tradition des Erzgebirges gehört die Anfertigung von hochwertigem Holzspielzeug
und Miniaturen zur Weihnachtszeit. In der Region um den Kurort Seiffen werden
diese kleinen Kostbarkeiten in traditionellen Handwerksbetrieben von Hand gefertigt.
Jeder Betrieb hat sein eigenes, geschütztes Design. Weihnachtsengel dieser
Art werden teilweise schon seit Jahrzehnten in exakt der gleichen Art und Weise
hergestellt. Die wohl bekanntesten sind die der Fa.
Blank aus Grünhainichen im Flöhatal. Es gibt sie auch mit langen
Röckchen sowie naturfarben.
Die Urform aller heutigen Weihnachtsengel und Blumenkinder schuf 1912 die Künstlerin
Grete Wendt, die zusammen mit ihrer Studienfreundin Margarete Kühn im Jahre
1915 die Firma Wendt &
Kühn gründete, wo man bis heute ausschließlich nach den
Originalentwürfen von Grete Wendt fertigt.
Mir gefallen besonders die Engel der Fa. Hubrig aus Zschorlau/Erzgebirge. Sie
besitzen geschweifte Röckchen und sind besonders fein bemalt. Ein Engel
kostet etwa 11,-€ ein komplettes Orchester mit allem Zubehör über
500,-€. Da sich das Design einer Firma nicht ändert und die Engel
auch niemals billiger werden, sammeln viele Leute Weihnachtsengel über
einen längeren Zeitraum.
Jedes
Mal, wenn ich hoch nach Seiffen fahre, kaufe ich mir mindestens einen Engel.
Unter allen Weihnachtsmärkten in Deutschland ist Seiffen ein ganz besonderer:
in Seiffen wird kein Markt aus Buden errichtet - nein, der ganz Ort ist Weihnachtsmarkt.
Es wird auch kein billiger Trödel verkauft, sondern das, was die Handwerksbetriebe
selbst hergestellt haben. Einige exklusive Stücke gibt es nur in Seiffen
zu kaufen. Die Hubrig-Engel oder andere Engelskollektionen allerdings kann man
sich auch zuschicken lassen.
Ich selbst nehme es lieber auf mich, im Winter hoch ins Gebirge zu fahren,
im Schnee stecken zu bleiben (in Seiffen liegt meistens Schnee), um mir bei
Glühwein und Roster einen neuen Hubrig-Engel zu kaufen. Tradition ist eben
Tradition.
Nachtrag 2002: Zum zweiten Advent kaufte ich die Harfe und das Piano, sowie
zwei Bläser.
Nachtrag 2003: Chello, Kontrabass
Nachtrag: 2004: Lyra, Fagott
Winni
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