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Materialien für Airbrush
Airbrushkompressoren
Die
erste Investition ist zugleich auch die teuerste. Deshalb sollte die Entscheidung,
mit der Airbrushmalerei zu beginnen, wirklich gut überlegt sein.
Am Kompressor kann man eigentlich nicht sparen. Kompressoren aus dem Baumarkt
sind zwar billig, aber sie arbeiten unerträglich laut. Ein Kompressor mit
95 dB im Wohnzimmer ist nichts für Leute mit Familie. Für Einsteiger
gibt es noch diese Druckluftflaschen in der Größe von Spraydosen.
Ich würde für ein größeres Bild etwa 5 dieser Dosen benötigen,
was bei einem Preis von knapp €10,- pro Dose nicht wirklich billig ist.
Einige
Geschäfte bieten diese günstigen, bunten Membrankompressoren an. Das
ist aus meiner Erfahrung weggeworfenes Geld. Sie knattern unter Last recht laut,
haben keine Druckregulierung und auch keinen Wasserabscheider, so daß
man die 100%ige Garantie hat, jedes Bild durch Ausspucken von Kondenswasser
zu verderben. Ich habe einen regulierbaren Membrankompressor, den ich aber selten
verwende, weil er nach längerem Lauf trotz Wasserabscheider immer etwas
Kondenswasser bildet. Als Einsteigergerät würde ich ihn trotzdem empfehlen,
obwohl bei einem Preis von knapp €200,- schon zu überlegen wäre,
gleich einen günstigen Kolbenkompressor zu kaufen.
Kolbenkompressoren haben die gleichen Aggregate wie Kühlschränke und
sind auch genauso leise und langlebig. Ich habe einen Junair-Kompressor, der
für Pistolen bis 0,5mm geeignet ist. Das deckt zwar den Luftbedarf für
meine Illustrationen, aber ich könnte damit keine größere Klarlackierung
anfertigen oder T-Shirts besprühen. Die Farben für T-Shirts sind nämlich
sehr dickflüssig, weil sie viel Bindemittel enthalten. Je dicker die Farbe,
desto höher muß der Druck sein. Die amerikanischen Airbrusher, die
T-Shirts auf der Straße besprühen, arbeiten mit Drücken von
5 bis 6 bar.
Airbrushfarben
Für Airbrush ist eigentlich jede Farbe geeignet, wenn sie die Konsistenz
von Trinkmilch hat, z.B. Tempera, Gouache oder Acryl. Tempera und Gouache eignen
sich recht gut für Illustrationen, weil man sie sehr gut radieren und schaben
kann. Diese Farben muß man auf einer Palette selbst anrühren. Geeignet
sind nach meiner Erfahrung die Temperafarben von Schmincke. Die im Schreibwarenhandel
angebotenen Farbsets der Marken Nerchau oder Herlitz eignen sich nur bedingt.
Spritzfertige Airbrushfarben sind dagegen meist aus Acryl.
Das
Maß aller Dinge ist derzeit die Aero-Color von Schmincke. Die Pigmente
sind lichtecht, superfein, farbbrilliant und gut deckend. Eine Unze Farbe (28g)
kostet etwa €4,50, das ist doppelt so teuer wie die Farben der Wettbewerber.
Airbrushfarben sind sehr ergiebig, mitunter genügt ein einziger Tropfen
einer bestimmten Farbe für ein Bild. Meine ältesten Farben sind mittlerweile
7 Jahre alt und Dank der hochwertigen Flaschen auch nicht eingetrocknet.
Createx
bietet die mit Abstand größte Farbpalette an. Neben opaken und lasierenden
Farbtönen gibt es Metallic, Perlmut, irisierende Farben, Leuchtfarben,
Neonfarben usw. Die Farbe ist relativ dickflüssig, aber man kann sie bei
höherem Druck trotzdem unverdünnt spritzen. Ich nehme sie nicht so
gern, weil sie öfters Klümpchen enthält, die dann die Düsen
der feinen Pistolen zusetzen.
2000
habe ich dem Herrn Geckler in Göppingen meine Aufwartung gemacht. Die Firma
Geckler hat den europäischen Vertrieb der Airbushfarbe Illumina Air. Illumina
Air ist eine Universalfarbe, die aber für den KFZ-Bereich besonders geeignet
ist. Sie besitzt eine sehr starke Haftung, das ist ein riesiger Vorteil für
Arbeiten auf Lack. Zusammen mit dem einzigartigen Flüssigradierer ist diese
Farbe durchaus eine Empfehlung für Custompainter. Bei der Firma Geckler
werden diese Farben zusammen mit den Omni-Pistolen von Thayer und Chandler vertrieben,
die für dickflüssige Farben sehr gut geeignet sind.
Für Illustrationen habe ich leider keine guten Erfahrungen. Illumina Air
ist die erste Farbe, die ich aus meiner Airbrush wieder ausgeschüttet habe.
Innerhalb von Sekunden war die Düse verstopft. In hohen Verdünnungen
wirkt die Farbe kraftlos und grobpixlich.
Am 1.12.2002 schrieb mir dazu die Fa. Geckler:
...Leider stammt Ihre Negativerfahrung aus der Zeit der
Original-IllumaAir. Die neue Version (seit 1 Jahr erhältlich) bereitet
allgemein keine Probleme. Übrigens haben wir zwischenzeitlich den Vertrieb
für die hochwertigen Iwata-Airbrushes für Deutschland, Österreich
und die Schweiz übertragen bekommen. Sollten Sie ein Muster der neuen
IllumaAir wünschen, senden Sie einfach Ihre Anschrift.
Mit farbenfrohem Gruß
Reinhard Geckler
www.topair.de
Papier
viele
frustrierende Ergebnisse resultieren daraus, daß man das falsche Papier
benutzt. Aus meiner Erfahrung hängt die Qualität eines Airbrushbildes
in weit stärkerem Maße von dem verwendeten Papier, als von der benutzten
Spraygun ab. Wer mit einer guten Pistole und guten Farben auf billigen Zeichenkarton
sprüht wird immer nur ein mittelmäßiges Bild erhalten, weil
er die speziellen Techniken von Airbrush - Radieren und Schaben - gar nicht
nutzen kann.
Airbrushpapier muß glatt, fest und wenig saugend sein. Es sollte eine
Stärke von mindestens 250g/m² haben, andernfalls sieht man schon nach
dem zweiten Radieren seinen Schreibtisch durchschimmern. Das Referenzpapier
für Airbrusharbeiten ist das G4 von Schöllershammer. In der Ausführung
"dick" hat es eine Stärke von 1,6 mm. Etwas preiswerter sind
Airbrushblöcke, die es in jedem Fachgeschäft gibt. Ein Bogen A2 Papier
kostet etwa €2,50.
Diese Papiere sind natürlich zu schade, um Schablonen daraus zu schneiden.
Für diesen Zweck verwende ich am liebsten den Zeichenkarton der Marke Pfennigpfeifer,
der sehr stabil und vor allem günstig ist.
Pinsel
Da
Airbrushfarben vo Haus aus sehr deckfähig sind und eine gute Konsistenz
haben, sind die Ansprüche an die Pinsel nicht all zu hoch. Das Feinste
sind natürlich die Kolinskypinsel aus Rotmarderhaar, man kann aber auch
problemlos Synthetikpinsel nehmen. Synthetikpinsel können nicht ganz so
viel Farbe aufnehmen, dafür sind die Borsten elastischer. Sie behalten
längere Zeit eine schöne scharfe Spitze, man kann auch mit einem dickeren
Pinsel sehr dünne Linien ziehen.
Wenn man nicht täglich zeichenet, kommt es leicht dazu, dass die Hand beim
Malen verkrampft. Viele Leute umwickeln sich den Griff ihrer Pinsel mit Klebeband,
damit es besser in der Hand liegt. Ich verwende an liebsten Pinsel mit Dreikantstiel,
ein 4er-Set kostet im Versandhandel
etwa 14 EURO.
Ein
interessanter Pinsel ist der Bambuspinsel aus Chinaborste. Diese Pinsel werden
in China zum Schreiben verwendet. Die Spitze ist stark konisch. Je nachdem wie
stark man aufdrückt, erhält man eine unterschiedlich breite Linie
aus einem Zug. Man zeichnet schwungvoll aus dem Handgelenk heraus. Es braucht
eine gewisse Zeit, bis man sich daran gewöhnt hat. Mit dem Bambuspinsel
zeichne ich gern Haarstränen von Magas. Die Bilder erhalten dadurch eine
typisch asiatische Dynamik.
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