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Erstellen von Vorlagen
Schon
an der Vorzeichnung unterscheidet sich Kunst von Handwerk. Benutzt man
seine eigene Schöpferkraft oder repoduziert man vorhandenes Referenzmaterial?
Aber wie gelelangt man zu einer vernünftigen Vorzeichnung? Das ist der
Punkt, über den viele Künstler so gerne schweigen! Ich werde Euch
sagen warum: weil sie lieber Overheadprojektoren verwenden anstatt selbst zu
krizeln! Diese Bleistiftzeichnung eines liegenden Mädchens stammt von Andreás
Szunyoghy, Herausgeber des Buches "Anatomische Zeichenschule", einem
Meister seines Faches. Aber es gibt nicht viele Leute, die solche perfekten
Vorzeichnungen erstellen können. Ich habe es oft genug versucht, beispielsweise
bei dem Bild Escape, das
ich unbedingt malen wollte, für das ich aber keine Vorlagen fand. Ich gebe
ehrlich zu, daß ich es einfach nicht kann, das Bild ist schlecht. Genauso
wie viele andere Zeichner auch greife ich lieber auf Fotovorlagen zurück
und verschweige diskret mein Unvermögen.
Für
einen Hobbymaler ist es finanziell kaum möglich, ein Model zu beschäftigen.
Melanie hat mir schon einige
Male Model gestanden, z.B. als Model für die Valkyrie,
aber als Nacktmodel kommt sie selbstverständlich nicht in Frage.
Fotovorlagen drucke ich mir s/w in der gewünschten Größe aus.
Ich verwende dafür das alte PhotoPhinish 3.0, weil es eines der wenigen
Programme ist, das millimetergenaue Posterdrucke ermöglicht. Die einzelnen
Blätter klebe ich aneinader. Darüber legen ich einen Bogen Transparentpapier,
so kann ich verschiedene Elemente in einer Vorzeichnung zusammen fügen.
Das Transparentpapier erlaubt nahezu unendlich viele Korrekturen, wenn man mit
weichen Bleistiften zeichnet.
Ist die Vorzeichnung dann abgeschlossen, schraffiere ich die Rückseite
mit einem Zimmermannsbleistift. Dann hefte ich die Vorlage auf den Zeichenkarton
und zeichne mit einem harten Bleistift die Konturen durch. Man erhält
auf dem Reinzeichenkarton eine sehr feine Vorzeichnung, die man auch radieren
kann.
Eine andere Möglichkeit ist, die Konturen auf der Rückseite
der Vorzeichnung nachzuziehen und dann mit einem Knopf auf den Zeichenkarton
durchzurubbeln. Die amerikanische Zeichnerin Olivia de Berardinis überträgt
so ihre Vorzeichnungen.
Zum Übertragen der Vorzeichnung auf den Reinzeichenkarton gibt es
auch sog. Transferpapier, mit dem ich aber keine guten Erfahrungen habe.
Es enthält Wachs, auf dem danach keine Farbe mehr haftet. Dann gibt
es noch das wachsefreie Transferpapier. Dieses Papier ist quasi wie Kohlestaub,
selbst bei vorsichtiger Anwendung hat man immer irgendwelchen Abrieb auf
dem Bild.
Digitale Möglichkeiten
Einige
Comiczeichner benutzen Modelle als Vorlage. Speziell für Manga
gibt es eine große Anzahl von Puppen, die teilweise sehr beweglich
sind. Mit einer Digitalkamera lässt sich sich sehr schnell eine ganze
Szene erstellen. Ausdrucken, Konturen nachzeichnen und nach dem eigenen
Stil bearbeiten - so lassen sich schnell und ohne besondere Vorkenntnisse
ganze Comic Strips erzeugen. Du brauchst Dir nur noch eine Geschichte
ausdenken...
Ebenfalls als Vorlage geeignet sind auch ganz normale Actionfiguren. Sie
sind anatomisch sehr gut gearbeitet, oft sind sie selbst Abbildungen bekannter
Comicfiguren.
Schier
unerschöpflich sind die Möglichkeiten von 3D
Bildern. Man verwendet dafür Drahtgittermodelle, die man entweder
selbst erstellt oder importiert. Diese Drahtgittermodelle sind genauso
beweglich wie echte Menschen, man kann jedes einzelne Fingerglied bewegen.
Drüber hinaus kann man bei 3D Bildern realistische Schatten auf dem
Objekt erzeugen, oder Spiegelungen der Umwelt darstellen, um zusätzliche
räumliche Tiefe zu erzeugen. Das Erstellen von 3D Bildern ist eine
Kunst für sich.
Die Mehrheit der Airbrusher und Grafiker benutzen Overheadprojektoren
zum Übertragen, auch Tino hat einen, und ich bin am überlegen,
ob ich mir auch einen zulegen sollte.
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